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Engagement für Betroffene von Lese-Rechtschreib- und Rechenschwäche mit Bildungspreis in Köln geehrt

Der Kölner Arbeitskreis LRS & Dyskalkulie e. V. erhält den Rheinischen Bildungsplatz 2022 (© Rheinische Stiftung für Bildung)Der Kölner Arbeitskreis LRS & Dyskalkulie e. V. erhält den Rheinischen Bildungsplatz 2022 (© Rheinische Stiftung für Bildung)
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Der „Kölner Arbeitskreis LRS & Dyskalkulie e. V.“ hat heute den mit 5.000 Euro dotierten Bildungspreis „Rheinischer Bildungsplatz“ (RheBi) der Rheinischen Stiftung für Bildung erhalten. Der Verein wird für sein breites Informations- und Hilfsangebot für Kinder, Eltern, Lehrkräfte und Bildungsinstitutionen zur Früherkennung und Therapie von Lese-Rechtschreib- und Rechenschwäche ausgezeichnet. Darüber hinaus wird das schulpolitische Engagement des Preisträgers geehrt.

Das ist der Preisträger 2022
Mit dem Rheinischen Bildungsplatz 2022 wird der Kölner Arbeitskreis LRS & Dyskalkulie e. V. geehrt. Der 2015 gegründete Verein ist ein Zusammenschluss von Eltern, deren Kinder von einer Lese-Rechtschreib-Schwäche (LRS) und/oder Rechenschwäche (Dyskalkulie) betroffen sind. Der Verein leistet Hilfe zu Früherkennung, Testmöglichkeiten, Therapie und Hilfestellung nach einer möglicherweise positiven Diagnose. Ziel des Vereins ist es, optimale Voraussetzungen zu schaffen, damit Kinder bestmöglich, vor allem auch in der Schule gefördert werden können, um damit die Familien zu entlasten. Entscheidend sind dabei die Aufklärung der Eltern über die schulrechtlichen Möglichkeiten sowie die außerschulische Förderung.

Expertinnen und Experten aus Lehre und Therapie, wie Logopäden, Lerntherapeuten, Lehrkräfte, Sonderpädagogen und Hochschuldozenten beraten und unterstützen die Arbeit des Vereins.
Für Lehrkräfte werden Fortbildungen an kooperierenden Schulen organisiert, da die LRS-Thematik kein selbstverständlicher Bestandteil des Lehramtsstudiums ist.

Warum dieser Preisträger?
Barbara Bähr, Projektleiterin der Förderabteilung der Rheinischen Stiftung für Bildung, erläutert die Entscheidung für die diesjährige Preisvergabe: „In Köln gibt es nach Angaben des Preisträgers schätzungsweise rund 25.000 von LRS und 6.000 von Dyskalkulie betroffene Schülerinnen und Schüler. Bundesweit gehen Schätzungen davon aus, dass insgesamt fünf bis sieben Prozent der Bevölkerung von LRS betroffen sind und ebenso hoch der Anteil an Menschen mit Dyskalkulie ist. Betroffene haben ein erhöhtes Risiko, unter Schulangst zu leiden, und werden in ihrer schulischen, beruflichen und persönlichen Entwicklung ausgebremst, wenn die Schule keine individuelle Förderung der Schüler und Schülerinnen anbieten kann.
Den Vorstand der Rheinischen Stiftung für Bildung hat als organisatorisches Dach des Rheinischen Bildungsverbundes besonders beeindruckt, dass der Verein sowohl Hilfe für Kinder und deren Eltern anbietet, als auch beratend an Schulen aktiv ist, um hier die im LRS-Erlass des Landes Nordrhein-Westfalen geregelten Möglichkeiten zu vermitteln und besser umzusetzen. Dem Verein ist es zu verdanken, dass von der Universität zu Köln die Thematik um LRS und Dyskalkulie erstmalig in das Lehramtsstudium Sonderpädagogik aufgenommen wurde. Außerdem ist es auf schulpolitischer Landesebene ein besonders herausragender Erfolg des Preisträgers, dass sich die Landesregierung Nordrhein-Westfalens im Koalitionsvertrag verpflichtet hat, sich dem wichtigen Thema anzunehmen, und einen neuen rechtsverbindlichen Schulerlass ausarbeiten und verabschieden möchte.

Der ‚Kölner Arbeitskreis LRS & Dyskalkulie e. V.‘ hat sich überzeugend gegen 14 Mitbewerbungen durchgesetzt. Wir freuen uns sehr, diese Organisation mit 5.000 Euro zu unterstützen und unsere Anerkennung für das außergewöhnlich breit aufgestellte Hilfsangebot mit dem Rheinischen Bildungsplatz 2022 auszusprechen.“

Bähr betont außerdem: „Die Bewerbungen zum diesjährigen Schwerpunkt ‚Basiskompetenzen fördern – Lesen, Schreiben, Rechnen‘ haben deutlich gemacht haben, dass die Chancengleichheit an Bildungsinstitutionen gestärkt werden muss und es wichtiger denn je zu sein scheint, gerade der LRS und Dyskalkulie mehr Beachtung zu widmen. Durch die vorbildhafte Arbeit des diesjährigen Preisträgers sind auch wir motiviert worden, die Thematik LRS und Dyskalkulie an allen Bildungseinrichtungen des Rheinischen Verbundes noch mehr in den Mittelpunkt unserer Aufmerksamkeit zu rücken.“

Ralph Caspers, Fernsehmoderator und Autor, ist Schirmherr des Vereins. Er bringt die Problematik der Leseschwäche mit einer guten Portion Humor auf den Punkt: „Es kann total lustig sein, Wechstaben zu verbuchseln und aus einer Beißschiene eine Scheißbiene werden zu lassen. Aber wenn die Buchstaben das von alleine machen und man das Gefühl hat, überhaupt nichts mehr zu kapieren, dann kann aus lustig sehr schnell frustig werden. Und mit Frust kommt man nicht weit.“

Über den RheBi
Dieter Päffgen und Vera Grimm, Vorstand der Rheinischen Stiftung für Bildung erklären: „Unser Augenmerk richten wir auf Projekte, die kleiner sind und dadurch vielleicht Gefahr laufen, neben großen Initiativen nicht wahrgenommen zu werden. Wir möchten ideenreiche Entwickler und Förderer, die mit ihrem Engagement einen Platz für Bildung schaffen, auszeichnen und mit einem finanziellen Beitrag stärken.“

Der Rheinische Bildungsplatz, kurz RheBi genannt, wird seit 2019 jährlich zu einer festgelegten Bewerbungsthematik von der Rheinischen Stiftung für Bildung vergeben. Teilnehmen können gemeinnützige Bildungsinitiativen aus Köln und der Kölner Region.

Die Auszeichnung richtet sich an kleinere, regionale, noch wenig bekannte Projekte, die mit einem geringen Budget einen Platz für Bildung in Köln und Region möglich machen. Neben dem Preisgeld in Höhe von 5.000 Euro erhält in jedem Jahr ein Preisträger des „Rheinischen Bildungsplatzes“ eine symbolische Miniatur-Holzbank.

Die Rheinische Stiftung für Bildung ist operativ und fördernd in der beruflich orientierten Bildung tätig.

Weitere Infos und die bisherigen RheBi-Preisträger finden Sie auf: www.bildungsplatz.rheinische-stiftung.de

Das obige Foto zeigt von links:
Barbara Bähr (Rheinische Stiftung für Bildung),
Inga Rixmann (Kölner Arbeitskreis LRS & Dyskalkulie e. V.),
Marion Jörk (Kölner Arbeitskreis LRS & Dyskalkulie e. V.),
Ursula Hissel (Kölner Arbeitskreis LRS & Dyskalkulie e. V.),
Tanja Blum (Kölner Arbeitskreis LRS & Dyskalkulie e. V., Geschäftsführerin u. Gründerin),
Dieter Budke (Kölner Arbeitskreis LRS & Dyskalkulie e. V., 1. Vorsitzender u. Gründer),
Susanne Ohmsen (Rheinische Stiftung für Bildung)
Foto: Rheinische Stiftung für Bildung

Medien-Ansprechpartner:
Dr. Thomas Wardenbach
wardenbachPR – Pressebüro
0221-44 85 30
0179-851 91 68
E-Mail

Inhaltliche Ansprechpartnerin und Interviewmöglichkeit:
Barbara Bähr
Förderabteilung
Rheinische Stiftung für Bildung
0221-35 50 45-14
E-Mail rhebi@rheinische-stiftung.de
Die Rheinische Stiftung für Bildung ist eine rechtsfähige Stiftung des bürgerlichen Rechts mit Sitz in Köln. Sie versteht sich sowohl als Trägerstiftung, die durch die operativen Aktivitäten ihrer teils seit 1958 auf dem Bildungsmarkt tätigen Beteiligungsgesellschaften ihren Stiftungszweck im sogenannten „Verbund der Rheinischen“ realisiert, als auch als fördernde Stiftung, die es Dritten ermöglicht, erfolgversprechende Projekte und Initiativen in der Bildung umzusetzen. www.rheinische-stiftung.de

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